Rund 2.000 freie Nationalisten und NPD-Mitglieder spontan auf der Straße

02.06.2007. (ab) Der nationale Widerstand hat trotz der rechtsfeindlichen Versammlungsverbote in Schwerin und Ludwigslust erfolgreich Gesicht gezeigt gegen den G8-Gipfel und die Verbotswillkür des politischen Systems. Im Laufe des Tages fanden zahlreiche kleinere und größere spontane Protestdemos an verschiedenen Orten statt. Bisher bekannt wurden u.a. Aktionen in Güstrow, Greifswald, Berlin, Lauenburg, Boizenburg, Lüneburg, Lübbenau, Wittenberge, Osterburg (Sachsen-Anhalt-Tag), Oranienburg, Potsdam und Dortmund. Nach bisherigen Meldungen (Stand 02.06.2007, 19 Uhr) dürften ungefähr 2.000 freie Nationalisten und NPD-Mitglieder auf der Straße gewesen sein. Teilweise fuhren größere Kolonnen nach erfolgter Spontandemo gleich weiter in einen anderen Ort, wie zum Beispiel von Lauenburg nach Boizenburg oder von Güstrow nach Greifswald. Den größten spontanen Protestmarsch erlebte die Stadt Lüneburg, die vormittags überraschend von rund 400 überwiegend freien Kräften aus Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen besucht wurde. Dort verlief der Marsch diszipliniert und erfolgreich. Erst beim Abrücken wurden drei Reisebusbesatzungen von der Polizei festgesetzt, die zur Stunde noch samt Bussen in Unterbindungsgewahrsam sitzen.

Im schleswig-holsteinischen Lauenburg formierte sich gegen 10:45 Uhr ein größerer Protestzug von etwa 200 freien Nationalisten und NPD-Mitgliedern am Busbahnhof. In Reih und Glied mit vielen Fahnen und Transparenten zogen die Demonstranten lautstark durch die Innenstadt und ein Wohngebiet. Mit Lautsprecherdurchsagen und Parolen wurden die Anwohner immer wieder auf das Anliegen des Marsches aufmerksam gemacht. Nach einer Dreiviertelstunde Marsch wurde auf einer großen Kreuzung im Innenstadtbereich Aufstellung zur Kundgebung genommen. In einer Ansprache von Udo Pastörs (NPD) wurden die zahlreichen Schaulustigen, Passanten und Anwohner über unseren Protest gegen das System, G8 und Verbotswillkür informiert. Die Polizei regelte lediglich den Straßenverkehr. Der Marschzug formierte sich wieder und zog zurück zum Busbahnhof, wo sich die Spontandemo nach eineinhalbstündiger Dauer selbst auflöste. Mittlerweile hatten sich ein paar mehr Polizeikräfte zusammengezogen, die aber nicht mehr einschritten und stattdessen massiv hinter einem der Reisebusse hinterherfuhren. Dadurch wurde freundlicherweise der Weg für die übrige Kolonne frei, um ungestört ins nahegelegene Boizenburg zu fahren.


In Boizenburg formierten sich kurze Zeit später rund 120 freie Nationalisten und NPD-Mitglieder zu einem spontanen Marsch durch ein großes Wohngebiet. Mittlerweile war auch das freie Lautsprecherfahrzeug eingetroffen, über welches die zahlreichen Anwohner nun optimal beschallt werden konnten. Kamerad Thomas Wulff (Steiner) klärte mit fortlaufenden Durchsagen die Anwohner ausgiebig über unsere antikapitalistischen und antiglobalistischen Standpunkte auf. Wie schon in Lauenburg gehörten zu den bevorzugten Parolen des Tages "Gegen System und Kapital - unser Kampf ist national!", "frei, sozial und national!" sowie "G8, Gute Nacht!". Der Marschzug wurde zunächst nur von 2-3 Polizeifahrzeugen begleitet, aber nach dem Ende der etwa einstündigen Spontandemo wurden die Reisebusse von einer recht großen Anzahl Polizeikräfte aus der Stadt begleitet. Zudem observierte der Überwachungsstaat auch aus einem inzwischen herangeschafften Polizeihubschrauber argwöhnisch das lebhafte Widerstandsgeschehen.


In Greifswald, wo das Oberverwaltungsgericht seinen Sitz hat, sind rund 200 Nationalisten am frühen Nachmittag auf die Straße gegangen, um gegen die rechtsfeindlichen Versammlungsverbote in Schwerin und Ludwigslust zu protestieren. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hatte das Verbot für Ludwigslust bestätigt sowie die zuvor vom Verwaltungsgericht zugelassene Versammlung in Schwerin-Süd wieder verboten. Es muß wohl schon als böse Absicht gewertet werden, daß diese Verbote erst in der Nacht zum Sonnabend erfolgten, in der Hoffnung, die Mobilisierung des Widerstandes dadurch schwächen zu können. Dies ist gründlich misslungen. Schon ehe das Bundesverfassungsgericht erwartungsgemäß seine Entscheidungsunfähigkeit in den Morgenstunden verlautbaren ließ, war der Widerstand allerorten koordiniert und bestens motiviert. Wenn es bis dahin keinen Polizeinotstand gegeben hatte, dann gab es diesen spätestens jetzt, wo mehr oder weniger zeitgleich an vielen Orten protestiert wurde. Der Widerstand hat sich als äußerst flexibel und spontan erwiesen, die Öffentlichkeit konnte letztlich viel besser erreicht werden, als es in Schwerin oder Ludwigslust überhaupt möglich gewesen wäre.

BRD & G8 - Gute Nacht!


Aktionsbüro Norddeutschland

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