Stippvisite in Güstrow und Greifswald

Am Tag der großen Proteste gegen die G8 wurden diverse Städte ungeplant mit Demonstrationen beehrt und damit ein großer Erfolg für die nationale Opposition eingefahren. Wir statteten unterdessen Güstrow und Greifswald einen Besuch ab.

Am Morgen ging es zeitig los. Gegen 7 Uhr fuhren wir mit dem Bus Richtung Schwerin. Langsam wurde das Gewißheit, was man schon die ganze Zeit ahnte. Die Taktik der Behörden, 3 Tage vor der seit Dezember 06 angemeldeten Demo ein Verbot zu erwirken, ging auf - ein Polizeimangel wurde als Grund aufgeführt. Bestätigt haben die Behörden damit aber nur die Einfallslosigkeit, mit der sie uns immer häufiger begegnen. Ausweichen sollten wir auf ein abgelegenes Werbegebiet, woraufhin die NPD klagte. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald sah sich indessen nicht imstande, diesbezüglich rechtzeitig ein vernünftiges Urteil zu fällen und verbot die Demonstration.

Überall in der BRD wurde spontan demonstriert und auch wir nutzten diese äußerst wirksame Aktionsform, um doch zum Ziel zu gelangen. Wenn die BRD es nicht schafft, für uns die Straße zu sichern, so helfen wir uns eben selbst. Es ging also nach Güstrow und wir trafen dort mit ca. 120 Leuten ein. Es ging mit system- und kapitalismuskritischen Parolen durch die Neubauten Güstrows, an verwunderten und bejahenden Passanten vorbei, wonach man sich in Richtung Innenstadt aufmachte. Nach etwa einer halben Stunde ließen sich die ersten Polizeiwagen blicken, welche wir rigoros ignorierten und mit unserer Kampfansage an die Ausbeuter fortfuhren. Derweil stießen ein weiterer Bus und andere Kameraden mit dem Pkw zu uns und erhöhten damit unsere Anzahl auf an die 180 Leute. Weiter ging’s in die Innenstadt, wo reger Betrieb herrschte und wir noch effektiver unser Wollen ins Volk tragen konnten. Es gab dort eine kleine Kundgebung und weiter ging’s Richtung Bahnhof, wo wir unsere Busse besteigen und weiter fahren wollten.

Mittlerweile trafen immer mehr Polizisten ein, und man dachte, vielleicht nicht vom Bahnhof wegzukommen. Nach einiger Zeit des Wartens jedoch konnten wir unsere Busse besteigen, und nach weiteren Minuten ging es wieder los. Auf ging’s Richtung Greifswald, wo wir nach einiger Zeit an einer Raststätte auch zusammen ankamen. In Greifswald angekommen gingen wir zuerst durch die Innenstadt. Eine Kreuzung wurde für kurze Zeit "eingenommen" um unter Parolenrufen weiterhin unser Zorn über die Ungerechtigkeit in der Welt Luft zu machen. Einigen Autofahrern gefiel deren Behinderung in diesem Moment ganz und gar nicht, was uns aber eher zu einem Schmunzeln anregte. Nach ewiger Zeit bekam dann auch die Greifswalder Polizei von den regen Treiben etwas mit und versuchte doch wirklich uns mit 2 Polizeiautos am gehen zu hindern, was glänzlich scheiterte. Weiter ging’s ins Neubaugebiet von Greifswald, wo weiterhin ordentlich Passanten erreicht wurden, eine Abschlußkundgebung von Michael Andrejewski abgehalten wurde und damit klar war, daß dieser Tag als vollkommener Erfolg gewertet werden konnte.

Zu sehen war in beiden Städten, daß die Polizei auf keinen Fall mit ausreichender Stärke zur Verfügung stand und wir dadurch ohne die geringsten Probleme unsere Demos durchführen konnten. Niemand wurde gefilzt, festgenommen, es gab weder Verletzte, Gewalt noch sonst etwas, was in irgendeiner Art und Weise negativ zu bewerten war.

Zu spontanen Demonstrationen kam es weiterhin in Potsdam(ca. 60 Leute), Oranienburg (ca. 80), Berlin (ca. 150), Lauenburg (ca. 300), Lüneburg (ca. 500), in Wittenberge und Osterburg (ca. 200), Lübbenau (ca. 80) und anderen Städten.

In mehr als 10 Städten zeigten die Nationalen in diesem Land, das sie sich von den Schranken dieses Systems nicht am Ausüben ihrer Meinungsfreiheit hindern lassen. Es war ein glorreicher Tag für alle, denen wirklich etwas an der Politik der Großen 8 und deren Helfershelfer mißfällt und welche für eine gerechtere Welt ohne Ausbeutung eintreten wollen. Eine Form des Protestes wurde gewählt, welcher äußerst effektiv die Menschen erreicht, die lästigen Absperrungen der Polizei und vor allem die gewalttätigen Gegendemonstranten umgeht.
 
In Rostock, in dem weit weniger Demonstranten (ca. 30.000) erschienen als erwartet wurden (100.000), schien anfangs wohl auch noch alles im Rahmen abzulaufen. Das dies nicht so bleiben würde, war abzusehen. Zu groß ist einfach die kriminelle Energie, die von Linksextremen ausgeht. So gab es zum jetzigen Zeitpunkt über 1000 Verletzte, Polizisten (über 400) wie Demonstranten und Passanten, zu beklagen. über 30 Polizisten wurden schwer verletzt. An die 2000 Chaoten machten das, was sie am besten konnten. Über 150 von ihnen wurden festgenommen. Monty Schädel, heuchlerischer Friedensapostel, der auch schon 2001 in Neubrandenburg öffentlich Demonstranten zu Gewalt aufrief, gab Interviews, in denen er die Polizei für die Eskalation verantwortlich machte. Gleichfalls wurden aber Demonstranten aufgehetzt und mit Pseudo-Parolen wie "Wir demonstrieren hier friedlich, und wir lassen uns das durch die ständigen Provokationen der Polizei nicht kaputt machen" bei der Stange gehalten.

Die Sätze des Tages ließ dann noch die Grünen-Chefin Claudia Roth fallen: "Es ist angesichts der deutschen Geschichte beschämend und äußerst bedauerlich, dass eine Gruppe von Neonazis durch das Brandenburger Tor gezogen ist. Die Bilder des Tages kommen aber heute aus Rostock, wo viele Tausend Menschen aus ganz Europa bunt und kreativ für eine gerechte Globalisierung demonstrieren." In welchem Ausmaß dies geschah, sah man an den Bildern - für die einen gewalttätig - für die Grünen kreativ...

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